Montag, 14.04.2014

Unser Kater hat uns in den letzten Tagen etwas Sorge bereitet. Er war recht apathisch, schlug Mahlzeiten aus und kam uns allgemein etwas „mopsiger“ vor. Heute war ich mit Dusty beim Tierarzt. Er stellte beim Ultraschall eine Wasseransammlung im Bauchraum fest, die sich durch einfaches Punktieren nicht entfernen ließ. Ich musste unseren Liebling bei ihm lassen, damit er ihn unter Narkose das Wasser entziehen kann. In der Hoffnung, unser Dusty hat nichts Ernstes, verließ ich die Praxis ohne den kleinen Racker.

Nach unendlichen Stunden des Wartens dann schließlich die niederschmetternde Diagnose: Dusty hat ein malignes Lymphom.. FeLV

Der Tierarzt fragte direkt, ob er Dusty noch mal aus der Narkose aufwecken oder gleich gehen lassen solle. Er sprach im schlechtesten Fall von 2-3 Tagen, die unser Kater wohl noch hätte. Habe mich trotz der schlechten Aussicht dazu entschlossen, unseren Liebling noch mal nach Hause zu holen. Der Behandlungsraum soll nicht das letzte sein, was Dusty in seinem viel zu kurzem Leben sehen darf. 
Als ob das noch nicht genug wäre geht unser Tierarzt davon aus, das auch Ruby diesen Virus in sich trägt. Das scheint bei den Übertragungsarten der Krankheit leider auch nur logisch. Echt heftig… 

Wir haben unseren Dusty dann gemeinsam 16:00 Uhr abgeholt. Er ist noch ein bisschen wackelig auf den Beinen und kotzelt immer wieder mal. Die üblichen Narkose-Nachwirkungen. Beim TA hatte er noch mit offenem Mund total schnell geatmet. Das legte sich glücklicherweise aber wieder, als er bei uns daheim war. 

Dienstag, 15.04.

Das wir Montag Abend ziemlich deprimiert ins Bett gingen, ist nur zu verständlich. Wir machten uns unendlich viele Gedanken. Auch weil unser Kater gestern jegliche Nahrungsaufnahme verweigerte. Umso erfreuter war ich, als er Dienstag früh direkt von allein in die Küche gelaufen kam. Ich kredenzte dem noch immer wackeligen Kater Thunfisch im eigenen Saft (seine Leibspeise) und selbst gekochte Hühnerbrühe.

Er hat jetzt direkt eine Riesen-Portion zu sich genommen – aber zumindest beides unter leisem Schnurren gefressen/getrunken. Danach schnurrte er lauter, als ich ihm einige Streicheleinheiten verpasste. Da draußen recht gutes Wetter war setzte ich ihn danach auf Balkon auf seinem „Aussichtsturm“ ab. Er ließ sich gemütlich die Sonne aufs kleine Fellchen scheinen… Wir waren wieder besserer Dinge.

Mittwoch, 16.04.

Dusty hat heute früh um 5 als Frauchen aufstand schon eine halbe Tüte Felix (kein gutes – aber sein Lieblingsfutter) reingemampft. Als ich dann aufgestanden bin (hab die Woche frei genommen), stand der Kater kurze Zeit später auch schon wieder in der Küche und leerte die andere halbe Tüte aus. Danach zog er sich zurück, kam aber nach einer Weile wieder in die Küche und schaute mal, was Ruby’s Napf noch so zu bieten hatte. Nachmittags gabs dann auch noch die ungesunden Dreamies… die liebt er auch. Also zumindest fressen tut er noch gut. 
Auch ansonsten war der Kater heute ganz gut drauf. Er lag lange auf dem Balkon und sonnte sich, sprang am Abend sogar auf den Esstisch und machte sich auf Frauchens Unterlagen breit. 

Aber natürlich muss man das alles in Relation zu seinem Gesamtzustand sehen. Auf den Kratzbaum springt er nicht mehr allein (da hebe ich ihn drauf), er ist auch generell ein wenig wackelig auf den Beinen. Die meiste Zeit des Tages zieht er sich ins Bad zurück. Entweder ist das der ruhigste Platz in unserer Wohnung oder er mag die kalten Fliesen. Die gute Futterverwertung mag am Kortison liegen…

Trotzdem sind wir sehr froh, den Kater noch mal mit nach Hause genommen zu haben. Er bekommt einen Haufen Schmuseeinheiten, die er hörbar genießt und darf endlich all das ungesunde Zeug in sich reinmammeln, was es sonst nur auf Zuteilung gab.

Donnerstag, 17.04.

Auch heute haben wir wieder einen guten Tag mit unserem Dusty erlebt. Das Highlight war sicher, dass er – während wir bei dem schönen Wetter im Garten waren und gegrillt haben – von ganz allein den Kratzbaum auf dem Balkon erklimmt hat und es sich auf dem höchsten Aussichtspunkt des Selbigen bequem gemacht hat. Also nichts mit hinaufheben und so… nee, der Kater hat es ganz allein geschafft.
Er hatte heute ganz allgemein wieder mehr Sprungkraft (oder Selbstvertrauen… wie auch immer). Er hat es im Gegensatz zu den letzen Tagen geschafft, im Bad auf den Wannenrand zu springen um ins Waschbecken zu balancieren, um da eine ordentliche Ladung Wasser aufzunehmen. Danach machte er es sich in der Wanne bequem. Auch von da schaffte er es ohne Hilfe heraus. Manchmal sinds echt die kleinen Dinge, die einen erfreuen. 

Auch Tag 3 nach der erschreckenden Diagnose hat Dusty gut gemeistert… die „Pflicht“ ist also laut TA vorbei… morgen beginnt die „Kür“. Wir sind guter Dinge 😉

Freitag, 18.04.

Unser Kater überraschte uns am Morgen damit, dass er plötzlich wieder ins Schlafzimmer kam und auf unser Bett sprang um sich seine Streicheleinheiten abzuholen. Den Raum hatte er seit Montag gemieden – warum auch immer. Wir wollten heute ob des vorausgesagten Wetters einen „faulen Tag“ verbringen – und das sah Dusty wohl genauso. Das erste Mal sprang er um 8 aufs Bett, legte sich zwischen uns ab und ließ sich schnurrend bekuscheln. Im Laufe des vormittags sprang er immer mal wieder für einen kurzen Ausflug in die Küche oder aufs Klo vom Bett und kam direkt danach wieder. Wir waren total baff… und hocherfreut. 

Auch die Tatsache, dass er heute wieder keine Hilfe brauchte um auf den Kratzbaum auf dem Balkon zu kommen freute uns enorm.  Obwohl das Wetter nicht sooo toll war, genoss er die Aussicht sichtlich. Vorhin wohnte der kleine Racker auf dem Kratzbaum neben dem Aquarium der Fischfütterung bei. Jetzt hat er sich ins Bad begeben, um Nachtruhe zu halten. 

Doof ist allerdings, dass er heute morgen schon ziemlich oft genießt hat. Da ist wohl ein kleiner Schnupfen im Anmarsch. Entsprechend atmet er etwas schnell und schwer. Unserer Ansicht nach ist das noch nicht bedenklich – wir werden es aber beobachten. 

Sonntag, 20.04.

Also wir hatten sowohl gestern als auch heute einen guten Tag mit unserem Dusty. Heute früh kam er wieder aufs Bett, legte sich zwischen uns ab und ließ sich stundenlang wechselweise von uns beiden bekuscheln. Das sind total tolle Momente wo uns unser Kater definitiv zeigt das er froh ist, noch hier zu sein. Er wechelt auch so sehr oft seine „Liegeplätze“. Liegt halt nicht mehr nur lethargisch hinter der Toilette. Er war heute neben dem Bett auch schon auf dem Esstisch, in der Zeitungsbox und während unserer Abwesenheit noch wer weiß wo. Vorhin balancierte er auf der Badewanne Richtung Waschbecken um sich eben da abzulegen. 

Auch ansonsten sind wir mit seinem Gesamtzustand zufrieden. Gestern hat er wenig, heute fast garnicht genießt. Den Prognosen des Tierarztes zeigt er zumindest definitiv den Stinkefinger. 6 Tage hält er nun schon durch. Und derzeit ist er gefühlt sogar besser drauf als letzten Montag, wo wir die furchtbare Diagnose bekommen haben. 

Dienstag, 22.04.

Dusty ist heute um 15 Uhr über die Regenbogenbrücke gegangen. 
Gestern gegen 11 Uhr fing er mit würgen an. Dies wiederholte sich ein paar mal und für uns war klar: Das Cortison ist durch und weiter wollen wir es nicht kommen lassen. Zumal er seit gestern Morgen nicht mehr gut frass und doch recht dünn wirkte bis auf den dicken Bauch. 
Zum Glück fand unser TA Dr. Mohr Zeit und kam zu uns nach Hause. Es ging ganz schnell. Wir denken es war genau der richtige Zeitpunkt um ihn gehen zu lassen. Der TA meinte das Geschwür im Bauch wäre innerhalb der einen Woche sehr stark gewachsen.
Er bekam schon ein feines Plätzchen in unserem Garten hübsch bepflanzt.
Jetzt hopst er im Regenbogenland herum, liegt in der Sonne und ist frei von Sorgen.
Ruby ist etwas überdreht, sucht ihn ab und an aber wir denken sie gewöhnt sich bald daran allein mit uns zu sein. Hoffentlich bleibt sie gesund. 

Tagebuch einer Tragödie
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